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DressurFit Blog

Fußspitzen nach vorne

Ein häufiger Sitzfehler, den viele Reiter kennen: die nach außen gedrehten Fußspitzen. Im Schritt sieht noch alles gut aus, beim Aussitzen im Trab oder Galopp und vor allem, wenn man mal etwas mehr treiben muss, zeigen die Fußspitzen plötzlich nach außen. Dabei sind die Fußspitzen eigentlich nur das i-Tüpfelchen des Sitzfehlers. „Zeigen die Fußspitzen beim Reiten nicht nach vorne, ist dies häufig ein Indiz dafür, dass die gesamte Beinlage am Pferd nicht optimal ist“, erklärt Fitness-Experte Marcel Andrä. „Meistens ist das Bein ab der Hüfte nach außen gedreht, so dass auch das Knie absteht und sowohl Ober- als auch Unterschenkel mehr mit der Rückseite am Pferd liegen. Das Ziel sollte aber sein, das Pferd mit dem Sitz zu ,umschließen’ und mit der Innenseite des Beines möglichst viel Kontaktfläche zu schaffen, um feines Treiben durch minimale Bewegungen möglich zu machen.“ Meistens ist eine fehlende Mobilität in Hüfte, Sprunggelenk und hinterer Oberschenkelmuskulatur die Ursache. Vor allem die Innenrotationsfähigkeit der Hüftgelenke bei gleichzeitiger Abduktion ist oftmals eingeschränkt. Zum feinen Treiben müssen wir außerdem die Muskulatur auf Hüft- und Oberschenkel-Außenseite gezielt ansteuern können. Vielen Menschen fällt es leichter, die hintere Ober- und Unterschenkelmuskulatur anzuspannen, weil wir die im Alltag einfach häufiger nutzen. Wer allerdings im Sattel über die hintere Ober- und Unterschenkelmuskulatur treibt, tendiert dazu Knie und Absatz hochzuziehen und mit der Ferse zu treiben.

Nun sollte man allerdings nicht im Sattel krampfhaft versuchen, seine Fußspitzen nach vorne zu drehen, denn dabei macht sich nur das ganze Bein fest und verhindert ein lockeres ‚Nach-unten-durchschwingen‘ des Beins mit tiefem Absatz. Viel sinnvoller ist es, mit Übungen am Boden dafür zu sorgen, dass man genügend Beweglichkeit in der Hüfte und der hinteren Muskelkette hat. Das führt dann dazu, dass die Fußspitzen auf dem Pferd von allein aus einer lockeren Hüfte heraus nach vorne zeigen und so die Innenseiten von Oberschenkel und Wade automatisch am Pferd liegen, das Knie nicht absteht, das Bein locker federn kann und stabil und ruhig am Pferd liegt und korrekte, feine Hilfen ohne Klemmen gegeben werden können. Hier sind drei unserer Lieblingsübungen dazu:

 

1. Groin Stretch

Starte im Vierfüßlerstand und strecke ein Bein gerade zur Seite. Achte darauf, dass deine Fußspitzen nach vorne zeigen und dein Becken möglichst parallel zum Boden bleibt. Aus dieser Position schiebe dein Gesäß langsam und kontrolliert nach hinten in Richtung Ferse und dann wieder zurück nach oben. Wiederhole die Bewegung 8-10 Mal pro Seite.

2. Pigeon Variante

Befestige das Superband an einem stabilen Gegenstand seitlich von dir. Starte im Vierfüßlerstand und lege das Superband innen um deinen Oberschenkel, so dass es möglichst nah an der Hüfte liegt. Lege nun das Bein mit dem Superband vor deinem Körper auf dem Boden ab und winkle das Knie um möglichst 90 Grad an. Strecke das andere Bein hinter deinem Körper aus und drücke dein Becken auf der Seite des gestreckten Beins Richtung Boden. Halte die Dehnung ca. 30 bis 45 Sekunden und wechsle dann die Seite.

Tipp: Du kannst den Winkel im Knie des vorderen Beins etwas verkleinern, um die Dehnung zu verringern. Optimal ist allerdings ein Winkel von ca. 90 Grad. Wenn du die Dehnung noch etwas intensivieren möchtest, kannst du deinen Oberkörper gleichzeitig nach vorne absenken.

3. Myofasziale Massage der Abduktoren

Gehe in den Seitstütz und platziere die BLACKROLL® unter der Oberschenkelaußenseite des unten liegenden Beines. Neige deinen Oberkörper leicht nach vorne und stütze dich mit dem oberen Arm ab. Dein unteres Bein ist gestreckt. Stelle das obere Bein vor deinem Körper auf, um dich damit abzustützen. Rolle nun langsam durch Verschiebung deines Oberkörpers auf der Rolle ein paar Zentimeter vor und wieder zurück und behandle so den Bereich von Hüfte bis ca. Mitte Oberschenkel. Nach ca. 30 – 45 Sekunden wechsle zur anderen Seite.

Tipp: Die Übung darf intensiv sein, sollte aber nicht zu schmerzhaft werden. Bei Bedarf verlagere mehr Gewicht auf deinen stützenden Arm und das aufgestellte Bein. Vermeide knöcherne Bereiche.

In der DressurFit® Advanced Testreihe legen wir besonderen Fokus auf die Innenrotationsfähigkeit der Hüftgelenke im Seitenvergleich – meistens liegt nämlich ein Bein schöner am Pferd als das andere. Um deine individuelle Analyse und deinen persönlichen Trainingsplan zu erhalten, starte jetzt mit dem DressurFit® Programm.

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